Ja, wir sind noch "in Arbeit", trotz Pensionierung 2001 . auch jetzt sind wir immer noch gespannt, was aus uns wird / 

At present "we" are still under construction, wondering what we might be when we will have finished (the construction work of course). At least you can find some information in German, while an English version has yet to be prepared.

 

Aber wir freuen uns auch sehr, dass Sie uns auf unserer Website besuchen.

Seit April wohnen wir nun vor allem in Swansea, der Heimatstadt von Anne, nachdem sie seit 1968 in Deutschland gelebt hat. Nun bin ich zur Abwechslung so etwas wie ein Immigrant und dabei, nun mehr als vorher Bekanntschaft mit einer anderen Kirche und Konfession zu machen.

Mein Ruhestand soll nicht so sehr dazu dienen, mich vollkommen zur Ruhe zu setzen, sondern doch auch eine Menge von dem zu machen, wozu vorher nicht so viel Zeit war wie wir es jetzt für uns erhoffen. Wenn man Pastor ist, dann war man das nicht einfach mal, sondern etwas bleibt man das dann auch nach der Pensionierung, auch ohne die Verpflichtungen und Aufgaben in einem konkreten Pfarramt. Was ich jetzt mache, das ist ehrenamtlich, und ich mache das darum mit einem ähnlichen Status wie so viele andere, die in der Kirche mitarbeiten um der Kirche und ihrer Sache willen. Und Anne, die in der Kirche immer, auch als Pfarrfrau, ehrenamtlich mitgearbeitet hat, macht in gewisser Weise auch weiter, auch wenn sie nun nicht mehr so wie vorher die Stellung halten muss, wenn der Mann außer Haus ist.

Worum es uns nun besonders geht?

Durch unsere Erfahrungen mit der Kirche in Deutschland und Großbritannien und beiden Ländern meinen wir, wir könnten dazu beitragen, dass zwischen den Kirchen hier und dort und beiden Ländern und Kulturen sich ein wenig mehr Beziehungen entwickeln können. Wenn christlicher Glaube, auch bei allen Auffächerungen in verschiedene Länder und Konfessionen, mit dem einen Jesus Christus zu tun hat, dann muss sich das auch in die Zusammenarbeit von verschiedenen Kirchen hinein auswirken. Oekumene hat viel mit verschiedenen Konfessionen, aber auch mit verschiedenen Ländern und Kulturen zu tun. So wichtig da auch Unterschiede sein mögen und so wichtig die auch immer wieder sind, so wichtig ist es aber auch, dass wir jeweils auch auf unsere Weisen das gemeinsame Ziel vor Augen haben, das durch Christus vorgegeben wird, auch wenn wir uns diesem dann auch aus verschiedenen Richtungen kommend nähern mögen.

Auch diese Website soll ein wenig dem besseren Kennenlernen dienen: gerade auch zur Oekumene gehören ja jeweils auch ihre besonderen Details, auch konkrete Menschen und Kirchen mit ihren besonderen Ereignissen und ihrem Alltag. Davon sollen die vielen Bilder etwas erzählen, auch zusammen mit Bildern aus einer bestimmten Landschaft.

Anne und ich, wir beide sind im Krieg geboren, waren damals sozusagen Feinde. Ihre Heimatstadt Swansea ist vor allem neun Monate vor ihrer Geburt von der Deutschen Luftwaffe im Stadtzentrum weitgehend zerstört worden. Eine der frühesten noch ganz dunklen Erinnerungen sind ein paar Erinnerungsbrocken an einen Luftangriff der Allierten am 18. März 1945, dem Geburtstag meiner Großmutter, in Berlin-Mitte. Mit meiner Mutter - wir waren sieben Wochen vorher als Flüchtlinge nach Berlin zu Verwandten gekommen - waren wir vom Geburtstagsbesuch am anderen Ende von Berlin auf dem Weg zurück und mussten dann am Bahnhof Friedrichstraße aus der S-Bahn heraus und ein Stück an der Spree entlang zurück laufen. Brennende Häuser müssen da an vielen Stellen gewesen sein.

Geboren war ich gut drei Jahre vorher im östlicheren Mitteleuropas ca. 30 km östlich von Thorn in Westpreußen, das zwischen den Kriegen zu Polen gehört hatte. Nun bin ich meist im fernen Westen Europas. Aber die Spaltung Deutschlands und Europas haben den größten Teil meines Lebens mit bestimmt: drei Jahre Westpreußen, drei Jahre Berlin, dann seit Mai 1948 in Göttingen nicht weit von der Zonengrenze entfernt. Bis auf die Studienzeit in Tübingen und knapp neun Monate während meines Auslandsvikariats war bis 1989 die Zonengrenze immer in der Nähe; ich bin mit ihr aufgewachsen. 1948-1952 Volksschule (so hieß das damals noch) in Geismar bei Göttingen (so hieß auch das damals noch), bis zum Abitur im Winter 1961 Schüler im Felix-Klein-Gymnasium in Göttingen, 1961 bis Ende 1967 Stundium der ev. Theologie in Göttingen, Tübingen und wieder Göttingen mit vielen Erinnerungen u.a. an Hans Conzelmann, Walter Zimmerli, Herbert Donner, Joachim Jeremias, auch noch Friedrich Gogarten, dann in Tübingen vor allem auch an Ernst Käsemann, Hermann Diem und Ernst Bloch, und dann wieder in Göttingen vor allem auch an Ernst Wolf, Wolfgang Trillhaas und Otto Weber. Ein Jahr mit weniger Theologie, aber vor allem mit vielen Kontakten mit ausländischen Studenten in Göttingen, war die Zeit als Auslandsreferent im AStA. Einer meiner Nachfolger viele Jahre später war dann Jürgen Trittin. Aber wir beide haben damals nichts voneinander gewusst.

Nach dem 1. Examen dann 1968 Vikariat in der deutschen Auslandsgemeinde in Süd-Wales in Swansea zusammen mit der Mitarbeit bei der Seemannsmission, Vikarskurs im Studienseminar der Vereinigten Ev.-luth. Kirche Deutschlands in Pullach, Prädikant in der St. Petri-Gemeinde in Göttingen-Grone, Schulpraktikum in Hildesheim und letzte Monate zur Examensvorbereitung im Predigerseminar auf der Erichsburg bei Einbeck. Nach dem 2. Examen dann August 1970 (Ordination am 9. August) bis September 1972 einer von drei Pastoren in der Michaelis-Kirchengemeinde im Wolfsburg-Fallersleben (Anne eine von drei Pfarrfrauen), dann bis Ende August 1987 Pastor in den Kirchengemeinden Gimte-Hilwartshausen und Hemeln-Bursfelde bei Hann. Münden an der Oberweser und auch ein bisschen Kirchenkreisjugendpastor, dann bis Ende 2000 Pastor in den Kirchengemeinden Rosenthal und Schwicheldt in bzw. bei Peine. Da mein Gesundheitszustand immer kritischer wurde, wurde eine vorzeitige Pensionierung dringend. Anne hat alle die Jahre kräftigst in den Gemeinden mitgearbeitet, vor allem auch mit den Frauen und den Kindern. Wir freuen uns immer wieder, wenn wir etwas davon hören können, dass der Töpferraum, den wir im früheren Hühner- und Ziegenstall der Pfarre in Gimte nach einem Zwischenspiel als Jugendraum angefangen hatten, immer noch intensiv als solcher genutzt wird.

Die Verbindungen nach Wales haben uns über alle die Jahre begleitet; wir haben immer wieder versucht, die auch für unsere Arbeit in den Kirchengemeinden einzusetzen: insgesamt waren wir 10 mal mit Gruppen von Jugendlichen oder Erwachsenen jeweils zwei bis drei Wochen hier. Und jetzt versuchen wir den Spieß umzudrehen und "Leute von hier" für den Oekumenischen Kirchentag 2003 in Berlin zu interessieren.

Mal sehen, was daraus wird. Davon werden wir vielleicht auch auf diesen Seiten noch einiges berichten können.  ...

 

Wolfram Neumann